Räumungsgeburtstag

(so ein beschissener Titel)

Fast 15 Jahre ist das also her! Dieser Morgen, wo wir sehr früh von der Strasse vor der Liebig 14 geprügelt wurden. Und in der Bäckerei 2000 versteckten. Erfolglos Wege suchten. Dinge kaputt machten. Immer mehr wurden. Ticker verfolgten – traurig wurden und wütend. Uns über gefärbtes Wasser freuten. Mit ein paar tausend Wütenden keinen Bankautomaten mehr ganz gelassen haben. Wo wir den Überblick verloren haben vor lauter Soliaktionen…



Es wäre jetzt natürlich der Moment zu rekapitulieren.

Warum es damals so gescheppert hat und warum wir trotzdem verloren haben. Ob und wenn ja was wir zur Revitalisierung der Berliner Mieter_innenbewegung beigetragen haben. Was sich seither verändert hat und was nicht, was richtig und nachahmenswert war und was wir keinesfalls empfehlen würden. Wo eigentlich die ganzen Leute hin sind, mit denen wir damals auf den Straßen waren – demonstriert, blockiert oder Steine geworfen haben?

Überhaupt: Was ist übrig, was neu entstanden und wohin kann es gehen?

Irgendwer müsste das alles mal rekapitulieren. Ich bin nicht dieser Irgendwer. Ich spiele nur ein bisschen Geige an der Straßenecke und freue mich sehr, dass Mary das auch tut. Fast wie vor 14 Jahren, ein Jahr nach der Räumung, als auch diese krasse Zombiedemo stattgefunden hat.
Im Jahre zwei nach der Räumung gab es noch eine satirische Demo, dann war die Luft erstmal raus. Trotzdem werde ich jedes Jahr am 2. 2. wütend. Gut, diesen Ärger auch auf der Strasse zeigen zu können. Bis gleich!

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