Presse

Manchmal haben verschiedene Presseorgane über Projekte an denen ich beteiligt war geschrieben. Oder meine Musik und mich und die Verquickung mit diesem und jenem. Eine etwas willkürliche Auswahl:

Das nd (vormals “Neues Deutschland”) kommt beim Schreiben über Potse und Drugstore versehentlich auf meinem Konzert vorbei:

»Wir durften da hinkommen und unser Ding machen«, sagt Geigerzähler nach dem Konzert zu »nd«. Damals seien die meisten Westberliner Linken in den Osten der Stadt gegangen, um Häuser zu besetzen. Doch die jugendlichen Ostberliner Punks hätten in Westberlin den Drugstore für sich entdeckt. »Da sind wir gelandet als Ostberliner Kids, weil da Platz für uns war.« Dort hätten die Jugendlichen Konzerte organisiert und selbst Bands gegründet. »Wir hatten auch ne kleine Punkerband, so eine von denen, die heut keiner mehr kennt. Wir war’n auch nicht besonders gut, nur ich machte mein Instrument kaputt«, singt Geigerzähler auf der Bühne des neuen Drugstores, die eigentlich nur eine Zwischenlösung ist, bis das Jugendzentrum zusammen mit dem Jugendkollektiv Potse in einen geplanten Neubau in Tempelhof einziehen kann.

15 Jahre Räumung der Liebig 14. Eine kleine musikalische Kundgebung bei 15 Grad unter Null mit Mary Ocher und mit. Das nd schrieb:

»Es gab damals einen langen Kampf um das Haus. Daran wollen wir heute erinnern«, sagt Paul Geigerzähler. Der über Berlin hinaus bekannte Musiker ist seit vielen Jahren mit zahlreichen linken Hausprojekten verbunden. Gemeinsam mit Mary Ocher hat er zum 15. Räumungsjubiläum die Initiative für die Kundgebung ergriffen. Neben den musikalischen Einlagen wurde mit kurzen Redebeiträgen in Erinnerung gerufen, wie viele Versuche der Bewohner*innen es gegeben hatte, das Haus zu retten.

Bei der TAZ stand:

Trotz allem möchte Paul Geigerzähler auf der Kundgebung nicht nur von einer Niederlage reden: „Die großen Proteste haben andere linke Projekte wie das Kulturzentrum Schokoladen in Mitte vor der Räumung bewahrt und auch Impulse für die Berliner Mie­te­r*in­nen­be­we­gung gegeben.“

Der “Folker” über meinen Hoyschreckengewinn im Artikel zu Wettbewerb und Preisverleihung in Wojerecy/Hoyerswerda:

Paul Geigerzähler, ein bekennender Berliner Punk, der überhaupt nicht wie ein Punk aussieht und der aus der sorbischen Lausitz stammt, bearbeitete seine Geige mit einer so extremen Geschwindigkeit und Intensität, dass einem als Beobachtender fast schwindlig werden konnte.

Kurz vor dem Konzert im Frankfurter Exzess hatte ich ein kleines Radiointerview:

Zu meinem Jubiläum schrieb Robert Klages im Tagesspiegel:

Über 2000 Auftritte waren es für ihn in den letzten 20 Jahren. Das Jubiläum feiert er mit einer neuen Schallplatte: „20 Jahre dagegen“, aufgenommen mit der „Attitüden Plattitüden Showband“. Release-Konzert war im „Supamolly“ in Friedrichshain, einer Bar in einem der letzten noch aktiven Wohnprojekte in ehemals besetzten Häusern.

Ein längeres Audio-Interview im Ostjournal:

Wir trafen Paul Geigerzähler in Berlin-Friedrichshain und sprachen über seine Anfänge Musik zu machen und das Politische in seiner Musik. Mit Hilfe seines neuesten Albums „Kaputt“ und älteren Songs beschäftigten wir uns mit dem Stalinismus der DDR, den Utopien der Wendezeit und der Politik heute. Dabei unterhielten wir uns auch über die Möglichkeiten linker Politik in großen und kleinen Städten sowie auf dem Land und was sich aus den Nachbarländern lernen lässt.

Ein sehr schöner Artikel im ND zur sorbischen Kultur, in dem ich neben den wunderbaren Kolleg:innen aus dem sorbischen Kontext auftauche:

Paul Geigerzähler thematisiert den inneren Zwiespalt in einem Song: »Sym ja serb, sym ja němc?«, singt er: Bin ich Sorbe, bin ich Deutscher? Eine eindeutige Antwort gibt es nicht: »Ja njewěm«, heißt das Lied: Ich weiß es nicht. Geigerzähler möchte sich auch nicht festlegen müssen. Zugleich fühlt er sich zu Hause in der sorbischen Nationalität, die im Unterschied zur deutschen in der Geschichte »keinen größeren Schaden angerichtet« habe. Er hoffe, dass sie »nicht eine langsam versinkende Insel ist, sondern langsam wieder Raum nimmt«. Dazu sei es aber unabdingbar, die Tradition »in etwas Heutiges zu transformieren«. Eine traditionelle Weise namens »Palenc«, die er oft singt und die ein Loblied auf selbst gebrannten Schnaps ist, ergänzte er um eine Strophe für die Antifa. Sei diese nicht stark, »kann man nicht in Ruhe trinken«.

Junge mit Gumnmistiefeln. Peter Nowak in der Taz zum Zeitstrahl.

Melancholisch ist auch der kurze Song „Mückenlarvensagen“. Der Text spricht über zwei Jungen, die mit Gummistiefeln im Schlamm eines Baches spielen. „Slavoj und Birtschek auch lange versunken, nur die Mückenlarven erzählen vielleicht noch davon“, heißt es am Ende fast märchenhaft. Nicht nur in dem Song wird deutlich, dass sich Geigerzähler in seinem neuen Album als Chansonnier mit großem philosophischen Tiefgang ausweist.

Ein ziemlich umfassendes Portrait im Friedrichshainer Lokalblatt “Zeitzeiger”:

„Als Solist stehst du anders vor den Leuten, als wenn du in einer Band auftrittst. Du bist allein und musst dich mehr den Menschen und ihren Problemen öffnen.“ Die Gespräche nach den Auftritten sind immer sehr interessant. Spannend ist auch, wie die einzelnen Läden, meistens Jugendclubs, mit ihren speziellen Problemen umgehen.

Ein schöner Text zum 2. Album von Berlinska Droha:

Berlinska dróha sind als offen deutsch-sorbische Mischung mit ihrer selbstbewussten und humorvoll-unverkrampftem Verortung zwischen allen (kultur)nationalen Stühlen auch mit ihrem zweiten Album nach wie vor ein ziemlich singuläres Phänomen im Kulturleben entlang der Spree. Wenn es sie nicht gäbe, müsste man sie glatt erfinden! Mit “Wočiń durje!” haben sie nun buchstäblich die Tür zu neuen Songwelten aufgestoßen. Man darf gespannt sein, was sie uns beim nächsten Mal aus ihnen mitbringen werden.