
Zur musikalischen Kundgebung gestern vor der Liebigstr. 14 hat ein gewisser Delierio Dreck einen Artikel auf Indymedia verfasst.
Es gibt schönere Anlässe zusammenzukommen, als den 15. Jahrestag einer Niederlage. Es gibt auch Tage an denen es wärmer ist – acht Grad minus sind schon eine Herausforderung. Auch das die BVG streikt, ist etwas unpraktisch für die Anreise der revolutionären Massen (auch wenn ein Streik womöglich revolutionärer ist als eine Kundgebung). So waren es denn auch nicht die revolutionären Massen, die sich vor der Liebig 14 einfanden, sondern etwa 30 Leute aus dem Kiez, meist Veteran_innen der Hausbesetzer_innenbewegung der 90er und 2000er Jahre. Sie lauschten kurzen Musikbeiträgen von Mary Ocher und Paul Geigerzähler, die sich wegen erfrierender Finger in schneller Frequenz abwechselten. Dazwischen gab es Redebeiträge zu Gentrifizierung, zur Räumung des queerfeministischen Hausprojekts Liebig 34 gegenüber und natürlich olle Kamellen von, aus und über die Liebig 14 selbst.
ES WAR SO KALT! Trotzdem gut, dass wir den Jahrestag nicht haben verstreichen lassen! Und ich hab mich auch sehr gefreut, die großartige Mary Ocher mal wieder live zu sehen.
Falls Ihr uns beim Frieren zuschauen wollt. Ein Streamer hat uns dabei gefilmt.
Update: Meanwhile hat auch ND und TAZ berichtet.
Das ND schreibt:
»Es gab damals einen langen Kampf um das Haus. Daran wollen wir heute erinnern«, sagt Paul Geigerzähler. Der über Berlin hinaus bekannte Musiker ist seit vielen Jahren mit zahlreichen linken Hausprojekten verbunden. Gemeinsam mit Mary Ocher hat er zum 15. Räumungsjubiläum die Initiative für die Kundgebung ergriffen. Neben den musikalischen Einlagen wurde mit kurzen Redebeiträgen in Erinnerung gerufen, wie viele Versuche der Bewohner*innen es gegeben hatte, das Haus zu retten.
Bei der TAZ steht:
Trotz allem möchte Paul Geigerzähler auf der Kundgebung nicht nur von einer Niederlage reden: „Die großen Proteste haben andere linke Projekte wie das Kulturzentrum Schokoladen in Mitte vor der Räumung bewahrt und auch Impulse für die Berliner Mieter*innenbewegung gegeben.“
Zumindest haben sie dabei geholfen. Und das ist etwas, das bleibt!
