„Der Sarg wurde geöffnet. Vor mir lag mein Mann. […] Der Rücken war vollkommen verprügelt, und getötet war er durch eine Giftinjektion und tot aufgehängt im Abort.“ Zensl Mühsam
In der Nacht vom 9. zum 10. Juli wurde der anarchistische Schriftsteller Erich Mühsam im KZ Oranienburg durch die bayrische SS – Wachmannschaft ermordet. Ich spiele ein paar (unter anderem 3 genau dafür) vertonte Gedichte auf zwei Gedenkveranstaltungen:
„Der geht neben einem, der bleibt da!“ – Szenische Lesung von Hufeisern gegen Rechts am Erich-Mühsam-Gedenkstein in Berlin-Britz.
Freitag, 10. Juli 2026
18:00 Uhr
Dörchläuchtingstr. 52, Berlin
www.hufeiserngegenrechts.de
Gedenkdemonstration zum 92. Todestag von Erich Mühsam
11.Juli.2026
14:00 Uhr
Bahnhofsplatz, Oranienburg

Gleichzeitig haben wir das mit dem „Grüsse aus der Datscha“ – Projekt zum Anlass genommen, eine Vertonung aus der demnächst erscheinenden 3. Folge vorzuveröffentlichen. Der WECKRUF ist schön, weil sich in dem Text Hoffnung und Kampf für Freiheit und Gleichheit verdichten. Wir brauchen das dringend in diesen Zeiten und haben eine kleine Rock’n’Roll – Nummer daraus gemacht. Hört selbst:
Weckruf
1909
Die Augen auf! Erwachen
aus Druck und Zwang und Staat!
Ihr Armen und ihr Schwachen,
besinnt euch auf die Tat!
Die ihr dem Herrn den Spaten führt,
die Häuser baut, das Feuer schürt, –
sehnt ihr euch nicht nach Brot und Land?
Den eignen Spaten in die Hand!
Fort mit der Fessel, die euch band!
In Reihen, Kameraden!
Die ihr die Arbeit haßt,
mit der man euch beladen, –
werft von euch eure Last!
Werft sie, wohin sie fallen mag!
Schafft selbst euch euern Arbeitstag!
Pfeift auf des Herren Dienstgebot!
Nicht ihm – euch selbst backt euer Brot!
Nicht ihm – euch selbst helft aus der Not!
Ans Werk! Die Kinder schreien
nach Brot und Bett und Kleid!
Ans Werk, sie zu befreien
aus ihrem Weh und Leid!
Ans Werk, ihr Männer und ihr Frauen!
Den Kindern gilt’s die Welt zu bauen!
Mensch, fühl dich Mensch und sei kein Hund!
Freiheit auf freiem Ackergrund!
Dem Volk den Boden! Schließt den Bund!
Zur Demo gibt es ein ganz schönes Interview in der “Jungen Welt”. Zu Mühsam gibt es eine schöne Website und auch eine Gesellschaft.
