Eine ostdeutsche Kleinstadt aus Moskauer Perspektive
Der Blick auf das Vertraute aus neuer Perspektive ist immer ein Erlebnis. Ein russischer Freund, Kollege und Genosse hat in der letzten Zeit viel Gelegenheit gehabt, die beschauliche Mecklenburger Kleinstadt Güstrow zu betrachten. Lest (auf deutsch) und hört (auf russisch):
von Athur Grand
Zwei Jahre in Güstrow – ich zeig euch, wie es hier läuft.
Hier gibt es eine Polizeiakademie.
Eine Kokainepidemie zieht durch die Stadt.
Das ist die Chronik eines freien Falls.
Zwei Albaner betreiben den einzigen Späti.
Wenn du nachts im Wein nach Wahrheit suchst,
komm vorbei – willkommen in der Barlach-Stadt,
wo jede Kneipe wie eine Bar für Loser aussieht.
Ich sage oft: „Güstrow, sei anders.“
Im russischen Laden hängt, verdammt noch mal, ein Foto von Putin.
Der lokale Wodka ist mit irgendwelchen Kräutern versetzt.
Junge Leute machen Deals mit Ultrarechten.
Kurz gesagt: Das hier ist eine gnadenlose Kleinstadt.
Auf einem Oldschool-Beat habe ich meinen Stil gemischt.
Um sieben Uhr abends ist niemand mehr auf den Straßen.
Wenn man hier überhaupt etwas machen kann, dann nichts
